Regulierung · 4 Min. Lesedauer

Regulierungslücke: Warum Chirurgen jetzt Massnahmen fordern

Am 6. August 2026 schrieben chirurgische Royal Colleges, das JCCP und Save Face an die Gesundheitsministerin wegen einer Regulierungslücke in der Schönheitschirurgie. Das müssen Kliniken wissen.

8. August 2026

Am 6. August 2026 schickte eine Koalition aus chirurgischen Royal Colleges, Patientensicherheitsgruppen und den zwei Stellen, mit denen die meisten nicht chirurgisch tätigen Injektorinnen und Injektoren bereits zusammenarbeiten, dem JCCP und Save Face, einen offenen Brief an die Gesundheitsministerin und warnte vor einer ernsten Regulierungslücke in der Schönheitschirurgie. Ihr Hauptkritikpunkt: Jede beim General Medical Council registrierte Ärztin oder jeder registrierte Arzt darf in England weiterhin legal Eingriffe wie Brustvergrösserung, Nasenkorrektur, Facelifting und Fettabsaugung durchführen, ohne je eine fachchirurgische Qualifikation zu besitzen.

Was der Brief vom 6. August besagt

Der Brief wurde vom Royal College of Surgeons of England angeführt und vom Royal College of Surgeons of Edinburgh, dem Royal College of Physicians and Surgeons of Glasgow, der British Association of Aesthetic Plastic Surgeons, der British Association of Plastic, Reconstructive and Aesthetic Surgeons und weiteren Fachgesellschaften mitunterzeichnet. Er ging an Gesundheitsministerin Yvette Cooper und hält fest, dass das geltende Recht nicht verlangt, dass eine Ärztin oder ein Arzt, die oder der Brustvergrösserungen, Nasenkorrekturen, Facelifting oder Fettabsaugungen durchführt, im GMC Specialist Register eingetragen ist. Auch Professor Sir Bruce Keogh, der 2013 die ursprüngliche Überprüfung kosmetischer Eingriffe leitete, gehört zu den Unterzeichnenden, 13 Jahre nachdem sein Bericht erstmals eine Reform forderte.

Warum eine rote Liste laut Koalition nicht ausreicht

Die Pläne der Regierung für kosmetische Eingriffe umfassen eine rote Liste der Behandlungen mit dem höchsten Risiko, die erstmals vorgestellt wurde, als ein Jahr zuvor eine neue Gesetzgebung angekündigt wurde. Die Koalition argumentiert, dass es wenig bringt, Hochrisikoeingriffe zu kennzeichnen, wenn nicht auch verlangt wird, dass die ausführenden Chirurginnen und Chirurgen über eine fachliche Qualifikation verfügen, denn eine rote Liste regelt, was gemacht wird, nicht wer dazu qualifiziert ist. Der Brief verweist auf schwere Verletzungen und vermeidbare Todesfälle, unter anderem nach Hochrisikoeingriffen wie dem Brazilian Butt Lift, als Preis dafür, diese Lücke offenzulassen.

Ein Muster von Verzögerungen bei der kosmetischen Regulierung

Im August 2025 veröffentlichte das Department of Health and Social Care seine Antwort auf eine Konsultation aus dem Jahr 2023 und bestätigte ein dreistufiges Risikomodell, rot, gelb und grün, sowie eine weitere Konsultation zu den Eingriffen mit dem höchsten Risiko. Diese Konsultation lag bis zum 6. August 2026, ein Jahr später, immer noch nicht vor, und genau gegen diese Verzögerung richtet sich der Brief. Damit wiederholt sich das Muster, das Kliniken bereits beim Lizenzierungssystem für nicht chirurgische Eingriffe erlebt haben, wo ein versprochener Zeitplan wiederholt verschoben wurde.

Was das für nicht chirurgische Kliniken bedeutet

Dieser Brief betrifft konkret chirurgische Eingriffe, die über den GMC geregelt werden, ein eigenständiger Bereich neben dem Lizenzierungssystem, das künftig auch Botox und dermale Filler umfassen soll. JCCP und Save Face, die zwei Akkreditierungsregister, die die meisten nicht chirurgisch tätigen Fachpersonen bereits nutzen, gehören jedoch zu den Unterzeichnenden, was zeigt, wohin ihr Engagement geht. Solange kein gesetzliches System besteht, bleibt es der klarste Weg, Standards gegenüber Patientinnen, Patienten und Inspektorinnen zu belegen, die Akkreditierung, die Schulungsnachweise und die Versicherung bei diesen freiwilligen Registern aktuell zu halten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Regulierungslücke in der Schönheitschirurgie, vor der Chirurginnen und Chirurgen warnen?

Jede beim General Medical Council registrierte Ärztin oder jeder registrierte Arzt kann in England derzeit kosmetische Chirurgie durchführen, einschliesslich Brustvergrösserung, Nasenkorrektur, Facelifting und Fettabsaugung, ohne als fachärztliche Spezialistin oder Spezialist anerkannt zu sein. Die Koalition will Hochrisikoeingriffe auf Chirurginnen und Chirurgen im GMC Specialist Register beschränken.

Betrifft der Brief vom 6. August 2026 Botox und Filler Kliniken?

Nicht direkt. Er betrifft chirurgische Eingriffe, die über den GMC geregelt werden, getrennt vom Lizenzierungssystem für nicht chirurgische Eingriffe nach dem Health and Care Act 2022. JCCP und Save Face, die nicht chirurgisch tätige Fachpersonen akkreditieren, gehören zu den Unterzeichnenden, weshalb der Druck für schnelleres Regierungshandeln die ganze Branche betrifft.

Wann veröffentlicht die Regierung ihre Konsultation zu kosmetischen Eingriffen?

Es steht kein Datum fest. Das Department of Health and Social Care versprach nach seiner Antwort vom August 2025 eine weitere Konsultation zu Hochrisikoeingriffen, doch diese lag bis zum 6. August 2026 nicht vor, was zu diesem offenen Brief führte.

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